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  • Yvonne

Vom Wa-an-dern

Ich habe das Wandern für mich wiederentdeckt. Ging ich früher über Norwegens Hardangervidda oder an der dalmatinischen Küste entlang, laufe ich in diesem Sommer durch Kiefernwälder und blühende Wiesen, umrunde märkische Seen, zähle die Wolken an Brandenburgs Himmel. Manchmal finde ich unterwegs einen Beerenstrauch oder Obstbaum zum Naschen. Im Moment sind es Himbeeren, hm!

Beim Wandern kommen mir die komischsten Gedanken. Ich stelle mir vor, dass ich auf geheimer Mission bin oder bei meiner Rückkehr alle Menschen im Ort plötzlich glücklich und grenzenlos friedlich sind.

Nicht selten nutze ich das Wandern, wenn ich an einem Text nicht weiterkomme. Dann habe ich sowieso das drängende Bedürfnis zu gehen, immer nur gehen und nicht aufhören damit. Und tatsächlich, sehr oft fallen danach die Worte und Sätze wie von selbst in meinen Kopf.

Das Wandern allein ist für mich aber nicht ganz so schön wie das Wandern zu zweit. Erst vor kurzem ist jemand Nahestehendes verstorben. Ich bin sechs Stunden mit dem anderen Trauernden gegangen. Danach fühlten wir uns leichter, als könnte man Schmerz weglaufen. Natürlich haben wir dabei viel geredet und geweint. Doch allein die regelmäßige Bewegung des Laufens würde die Gedanken sortieren und problematische Dinge ins Gleichgewicht bringen, hat mir mal jemand gesagt. Und ich kann sagen: Es stimmt.

Das Wandern ist des... Nein, eine Müllerin bin ich nicht. Meine Freundin Steffi hat mir neulich eine Wander-App empfohlen, die mir richtig gut gefällt. Dort kann man sich europaweit eine Strecke heraussuchen, mit Steigungen, Beschaffenheit des Bodens, Schwierigkeitsgrad... Doch ich merke, dass ich das nicht immer brauche. Wandern geht für mich auch ohne festes Ziel. Manchmal ändert es sich auch während des Gehens noch. Das sind die besten Routen.


Wer einmal mit mir Wandern möchte, kann sich gern bei mir melden!!!

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© 2018 by Yvonne Zitzmann